Die häufigsten Fehler
beim Aufbau der Personalvermittlung
– und wie du sie vermeidest
1. Zu breite Positionierung
Viele Personaldienstleister arbeiten mit Spezialisierungen wie IT oder kaufmännisch. Das klingt fokussiert, ist für die erfolgsbasierte PV aber immer noch zu breit. Wenn du 10 bis 15 unterschiedliche Positionen gleichzeitig bearbeitest, explodiert dein Sourcing-Aufwand. Jede Suche startet bei null.
Die Lösung: Werde nischiger. Ein Vollzeit-Vermittler, der sich ausschließlich auf Buchhalter in einer bestimmten Region spezialisiert hat, wird immer bessere Profile liefern als jemand, der quer durch den Gemüsegarten arbeitet.
2. Die falschen Aufträge werden akquiriert


In der erfolgsbasierten PV ist das Akquirieren von Aufträgen selten das Problem. Gerade in Märkten mit Kandidatenmangel sind viele Kunden offen für Lebensläufe. Die Frage ist: Akquirierst du die richtigen Aufträge?
Wenn du ständig den falschen Projekten hinterher läufst, hast du eine volle Pipeline – aber nichts konvertiert. Du investierst Monate in Prozesse, die am Ende keinen Abschluss bringen. Deshalb ist eine saubere Priorisierung und Qualifizierung der Aufträge entscheidend, bevor du in die aufwändige Suche gehst.
3. Profile werden nur ein Mal vorgestellt

Ein klassischer Fehler: Du sourcst einen Kandidaten und stellst ihn bei einem einzigen Kunden vor. Wenn dieser Prozess nicht zum Abschluss führt, hast du Zeit investiert und nichts verdient.
Bei erfolgsbasierter Arbeit musst du dein Risiko streuen. Wenn du spitz genug positioniert bist, kannst du ein Profil bei mehreren Kunden vorstellen. Dann ist es am Ende egal, ob der Abschluss bei Kunde A oder bei einem der 30 anderen Kunden passiert, denen du das Profil ebenfalls präsentiert hast. Erfolgreiche Personalvermittler bringen ihre guten Kandidaten mindestens in 3 aktive Prozesse. Damit ist das Risiko optimal verteilt.
4. Positionen werden nicht ordentlich qualifiziert

Eine Stellenanzeige auf der Kundenwebseite gefunden, kurz angerufen, die Erlaubnis bekommen, Profile zu senden – und schon wird losgelegt. Ohne die Position wirklich qualifiziert zu haben: Wie weit ist der Prozess? Wo liegen die echten Anforderungen? Wie sind die Rahmendaten? Ist die Stelle überhaupt für PV freigegeben?
Wenn sich dann nach Wochen herausstellt, dass der Kunde die Besetzung eigentlich lieber in ANÜ möchte oder die Stelle selbst besetzt hat, ist die investierte Zeit verloren. Einmal mag das nicht tragisch sein. Bei mehreren solcher Prozesse summiert sich der Verlust.
5. Es wird zu spät über Konditionen gesprochen
Viele Personaldienstleister sprechen nicht rechtzeitig über die Provision. Sie fühlen sich sicherer, wenn ein konkreter Kandidat vorliegt. Die Kehrseite: In diesem Moment bist du selbst auch williger zu verhandeln, weil der Abschluss so greifbar nah ist. Wer will schon der Spielverderber sein, wenn sich Kunde und Kandidat einig sind?
Kläre die Konditionen früh im Prozess. So vermeidest du unangenehme Überraschungen am Ende.
6. Die eigene Dienstleistung wird nicht klar kommuniziert
Was genau machst du als Personalvermittler für deinen Kunden? Wie rechtfertigst du eine Provision von 25 Prozent oder mehr? Was sind deine Leistungen, was sind die Grenzen? Viele Personaldienstleister haben darauf keine klaren Antworten. Im Dienstleistungsbewusstsein ist viel Grauzone.
Die Folge: Der Service wirkt wie Lebenslaufversand und Zufallsprodukt. Die Erwartungen des Kunden entsprechen nicht der Realität. Das schadet dem Ruf und drückt die Provisionen. Wer hinter seiner Dienstleistung stehen will, muss sie auch argumentieren können.
7. Die Personalvermittlung wird nur nebenbei gemacht
Die internen Mitarbeiter sollen gleichzeitig Zeitarbeit und Personalvermittlung bedienen? Das funktioniert nicht, wenn du ernsthaft Umsatz in der PV aufbauen willst.
Die Gründe sind vielfältig: andere Prozesslogik, andere Zeithorizonte, andere Skills. Im Zweifelsfall landet die Aufmerksamkeit immer bei der ANÜ – weil sie schnellere Ergebnisse liefert und das bekannte Terrain ist.
8. Die Kandidaten werden nicht richtig abgeholt


Die Kandidaten für Festanstellungsvermittlung sind oft rar und umworben. Du gewinnst deren Interesse durch interessante Positionen und sinnvolle Karriereschritte – nicht durch eine Auflistung von Anforderungen.
Das Recruiting muss sich aktiv um den Kandidaten bemühen. Der Job des Vermittlers ist es, die Wünsche des Gegenübers zu verstehen und den Job so zu präsentieren, dass er den Bewerber dort abholt, wo er gerade steht.
9. Marketing stellt die ANÜ in den Vordergrund

Soll die Personalvermittlung ein ernsthafter Teil deiner Dienstleistung werden? Dann muss sie auch im Marketing eine entsprechende Rolle spielen. Welchen Eindruck bekommen Interessenten auf deiner Homepage? Bei wichtigen Entscheidungen wie dem nächsten Karriereschritt vertrauen Menschen lieber einem Spezialisten als einem Allrounder.
Wenn du deine Expertise in der PV nicht ordentlich herausstellst, entscheiden sich Kunden und Kandidaten für jemand anderen.