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26. März 2026

Erfolgsbasiert oder
 Anzahlung?

So finden Personalberater das richtige Modell

Erfolgsbasiert oder mandatiert? Diese Frage beschäftigt viele Personalberater und Personalvermittler. Auf LinkedIn und in Branchenforen wird darüber hitzig diskutiert – oft mit klaren Lagern: Die einen halten erfolgsbasierte Arbeit für unprofessionell, die anderen sehen in der Anzahlung eine unnötige Hürde.

 

Die Wahrheit liegt, wie so oft, in der Mitte. Beide Modelle haben ihre Berechtigung. Keines ist per se besser oder schlechter. Die entscheidende Frage ist: Welches Modell passt zu deiner Situation, deinen Kunden und deiner Positionierung?

 

In diesem Artikel zeige ich dir die Vor- und Nachteile beider Ansätze, helfe dir bei der Entscheidung und erkläre, worauf es ankommt, wenn du das Modell wechseln möchtest.

Was bedeutet erfolgsbasiert, Anzahlung und Drittelregelung eigentlich?

 

Erfolgsbasierte Personalvermittlung: In diesem Modell bekommst du dein Honorar erst, wenn der Kandidat vermittelt ist. Vorher fließt kein Geld – unabhängig davon, wie viel Zeit du investierst. Der Kunde geht kein finanzielles Risiko ein.

 

Beim erfolgsbasierten Modell gibt es zwei Ausprägungen, die einen wichtigen Unterschied machen: In der kandidatenzentrischen Variante – historisch gesehen der Ursprung der erfolgsbasierten Arbeit – liegt der Fokus auf dem Kandidaten. Du baust dir einen Pool starker Profile auf und gehst damit aktiv auf passende Unternehmen zu. Die Arbeit liegt hier primär auf der Kandidatenseite, der Kunde bekommt Profile, wenn sie verfügbar sind. In der kundenzentrischen Variante hingegen gehst du für einen bestimmten Kunden gezielt auf die Suche – ohne Anzahlung und auf eigenes Risiko. Das ist die anspruchsvollere und riskantere Form, weil du den vollen Suchaufwand trägst, ohne Sicherheit zu haben.

 

Mandatierte Suche: Im Gegensatz zur erfolgsbasierten Arbeit beteiligt sich der Kunde bei mandatierten Modellen finanziell, bevor eine Vermittlung vorliegt. Er beauftragt einen Personalberater verbindlich mit der Suche und übernimmt damit einen Teil des Risikos. Die beiden gängigsten Formen sind:

 

Anzahlung: Der Kunde zahlt zu Beginn der Suche einen Teil des Honorars. Der Rest wird bei erfolgreicher Vermittlung fällig. So kann der Berater mehr Ressourcen in den Suchprozess investieren.

 

Drittelregelung: Die Drittelregelung ist das klassische Modell der Personalberatung: Ein Drittel der Zahlung wird bei Auftragserteilung fällig, ein Drittel bei Präsentation der Shortlist und das letzte Drittel bei Vertragsunterschrift. Der Berater wird somit auch für die Suche bezahlt, nicht nur für die Besetzung.

Erfolgsbasierte

Personalvermittlung: Vorteile und Nachteile

 

Vorteile der erfolgsbasierten Personalvermittlung:

Niedrige Einstiegshürde beim Kunden Der Kunden: muss kein Geld vorab investieren. Das macht den Vertragsabschluss einfacher, besonders wenn noch kein Vertrauen aufgebaut ist.

 

Kein aufwendiger Verkaufsprozess nötig: Wenn du einen guten Kandidaten hast, verkauft sich das Profil fast von selbst. Du musst nicht erst erklären, warum deine Dienstleistung Geld wert ist.

 

Flexibilität durch Multiplikation: Du kannst Profile bei mehreren Kunden parallel vorstellen. Wenn es bei Kunde A nicht klappt, platzierst du den Kandidaten bei Kunde B. So streust du dein Risiko.

 

Unabhängigkeit auf beiden Seiten: Da die Zusammenarbeit für beide Seiten unverbindlich ist, bist du flexibel. Falls der Kunde nicht mitarbeitet, die Vorstellungen unrealistisch sind oder sich die Zusammenarbeit als schwierig gestaltet, kannst du dich ohne große Konsequenzen vom Projekt zurückziehen.

 

Passt zu bestimmten Kundensituationen: Nicht jeder Kunde braucht den vollen Service einer mandatierten Suche. Manche wollen einfach nur Lebensläufe sehen, ohne sich vorher zu committen. Auch das ist ein legitimes Bedürfnis.

 

 

Nachteile der erfolgsbasierten Personalvermittlung

Keine Planungssicherheit: Du weißt nie, wann und ob Geld kommt. Das macht die Cashflow-Planung schwierig.

 

Weniger Commitment vom Kunden: Der Kunde kann jederzeit abspringen, intern besetzen oder sich anders entscheiden. Du hast kaum Hebel, um den Prozess zu steuern.

 

Oft paralleler Wettbewerb: In der Regel arbeiten mehrere Dienstleister gleichzeitig an derselben Position. Das drückt die Abschlusswahrscheinlichkeit zusätzlich.

 

Hohes Risiko: In der erfolgsbasierten Personalvermittlung bedeutet kein Abschluss auch kein Geld.

Mandatierte Suche (Anzahlung/Drittelregelung): Vorteile und Nachteile

 

Vorteile der mandatierten Suche:

Commitment vom Kunden: Wer Geld vorab zahlt, meint es ernst. Der Kunde ist verbindlicher, Prozesse laufen oft schneller und fokussierter.

 

Planbare Einnahmen: Du bekommst Geld für deine Arbeit, gerade wenn die Suche länger dauert. Das gibt dir finanzielle Sicherheit.

 

Exklusivere Zusammenarbeit: Oft arbeitest du allein an der Position, ohne parallelen Wettbewerb. Das erhöht deine Abschlusswahrscheinlichkeit deutlich.

 

Wertschätzung für die Suchleistung: Die Anzahlung honoriert, dass Recruiting Arbeit ist – nicht nur das Ergebnis, sondern auch der Prozess dahin.

 

Nachteile der mandatierten Suche:

Höhere Verkaufshürde: Der Kunde muss vorab investieren, ohne das Ergebnis zu kennen. Das erfordert Vertrauen und eine überzeugende Argumentation.

 

Andere Skills auf mehreren Ebenen erforderlich: Du verkaufst nicht mehr nur ein Profil, sondern eine Dienstleistung. Das ist anspruchsvoller und muss gelernt werden. Darüber hinaus brauchst du ausgezeichnete Fähigkeiten im Recruiting und in der Projektarbeit sowie echte Beratungskompetenz, um auch anspruchsvolle Suchen professionell zu steuern.

 

Erwartungshaltung managen: Der Kunde erwartet für sein Geld Ergebnisse. Wenn am Ende kein Kandidat kommt, musst du den Prozess so gut gesteuert haben, dass der Kunde mit deiner Arbeit trotzdem zufrieden ist.

 

Du übernimmst Verantwortung: Wenn der Kunde dir das Mandat überträgt, erwartet er eine Lösung für sein Besetzungsproblem. Das bedeutet auch: Projekte können länger dauern als gedacht, und du kannst dich nicht einfach zurückziehen, wenn es schwierig wird.

 

Aufbau braucht Zeit: Kunden zahlen eher vorab, wenn sie dich kennen und dir vertrauen. Für Einsteiger ist der Weg zur Anzahlung oft länger.

Entscheidungskriterien:
Wann macht welches Modell Sinn?

 

Es gibt nicht das eine Geschäftsmodell, das für alle Kunden und alle Situationen das Beste ist. Die Entscheidung hängt von mehreren Faktoren ab:

 

Multiplizierbarkeit der Kandidaten: Das ist eines der wichtigsten Kriterien. Kannst du die Kandidaten, die du für ein Projekt sourcst, auch bei anderen Kunden vorstellen? Dann funktioniert erfolgsbasierte Arbeit gut, weil du dein Risiko verteilst. Ist das Profil hingegen so spezifisch, dass du es nur bei diesem einen Kunden unterbringen kannst, wird es gefährlich. In diesem Fall trägst du den vollen Suchinvest allein. Wenn die Besetzung nicht klappt, hast du alles umsonst gemacht. Dann spricht vieles für eine Anzahlung.

 

Komplexität und Aufwand der Position: Handelt es sich um eine Position, die am Markt relativ gut zu besetzen ist? Dann kann erfolgsbasiert funktionieren. Ist es eine Schlüsselfunktion mit hohem Suchaufwand und sehr spezifischen Anforderungen, bei der du wochenlang sourcen musst? Dann ist der Aufwand zu hoch, um ihn ohne Absicherung zu tragen. Eine Anzahlung ist hier der fairere Weg für beide Seiten.

 

Besetzungsdruck des Kunden: Hat der Kunde echten Druck, die Stelle zeitnah zu besetzen? Dann ist er eher bereit, sich zu committen. Das  mandatierte Modell ist für ihn auch die bessere Lösung, weil jemand die Verantwortung für die Suche übernimmt. Ist der Kunde hingegen „immer offen für gute Profile”, ohne konkreten Zeitdruck? Dann ist die erfolgsbasierte Option für beide Seiten passender.

 

Deine persönliche Präferenz: Auch die Frage, wie du gerne arbeitest, spielt eine Rolle. Commitest du dich gerne für ein Projekt, gehst in die Tiefe und übernimmst Verantwortung für den gesamten Prozess? Dann liegt dir mandatierte Arbeit wahrscheinlich mehr. Arbeitest du lieber effizient, parallel und flexibel? Dann passt das erfolgsbasierte Modell besser zu dir.

 

Taktischer Einsatz: In bestimmten Situationen kann es sinnvoll sein, erfolgsbasiert bewusst als taktisches Element einzusetzen, etwa um einem neuen Kunden die Möglichkeit zu geben, deine Arbeit kennenzulernen. Wichtig ist dann: Mache klare Absprachen darüber, wie die zukünftige Zusammenarbeit aussehen soll, wenn die erste Besetzung erfolgreich war.

 

Der häufigste Fehler beim Wechsel zur Anzahlung

 

Viele erfolgsbasierte Personalvermittler, die Anzahlungen verkaufen wollen, machen einen entscheidenden Fehler: Sie stellen bei der Kommunikation mit dem Kunden die Zahlungsmodalität in den Vordergrund.

Das Gespräch dreht sich dann schnell nur noch darum, dass der Kunde vorab Geld zahlen soll. Der Kunde versteht aber gar nicht, wofür. Er hört nur „Anzahlung” und fährt sofort die Schutzschilde hoch. Am Ende einigt man sich doch auf erfolgsbasiert – beide mit einem schlechten Gefühl.

 

Die Wahrheit ist: Niemand kauft eine Anzahlung. Der Kunde kauft die Lösung für sein Problem. Die Zahlungsmodalität ist nur die Folge davon, wie du dieses Problem löst.

 

Das bedeutet: Der Verkaufsprozess muss sich ändern. Es reicht nicht, einfach nur die Zahlungsbedingungen anzupassen. Du brauchst einen strukturierten Prozess, der dem Kunden zeigt, was er für sein Geld bekommt – bevor du über die Anzahlung sprichst.

Was es braucht, um erfolgreich mit Anzahlung zu arbeiten

 

1. Mindset: Die Suche als Wert anerkennen

Erfolgsbasiert arbeitende Berater sind oft so geprägt, dass sie Erfolg nur dann als Erfolg definieren, wenn ein Kandidat vermittelt wurde. Dem ganzen Aufwand davor, von der Positionsbesprechung, Sourcing, über die Kandidatenansprache, Feedbackschleifen bis zur Prozessbegleitung, wird kein Wert beigemessen.

 

Das ist ein Problem. Denn wenn du selbst denkst, dass diese Arbeit nichts wert ist, wie willst du dann einen Kunden davon überzeugen, dafür zu zahlen?

 

Frag dich mal ehrlich: Welche andere Branche investiert 15 bis 20 Stunden Arbeit, ohne dafür Geld zu bekommen? Selbst in Branchen, in denen der Anbieter in Vorleistung geht, wie bei Speditionen oder Immobilienmaklern, schickt der Auftraggeber nur einen Dienstleister los und nicht mehrere gleichzeitig. In der erfolgsbasierten Personalvermittlung ist genau das aber oft der Fall.

 

2. Strukturierter Verkaufsprozess

Der Verkaufsprozess bei mandatierten Projekten ist wesentlich anspruchsvoller als bei erfolgsbasierter Arbeit. Beim erfolgsbasierten Modell ist alles unverbindlich. Du trägst das volle Risiko. Der Kunde gar keins. Verkäuferisch ist das ein No-Brainer.

 

Bei der Anzahlung muss der Kunde vorab Geld in die Hand nehmen. Das erfordert Vertrauen. Dieses Vertrauen baust du nicht in einem 15-minütigen Telefonat auf, in dem du nebenbei erwähnst, dass du eine Anzahlung brauchst.

 

Es braucht einen strukturierten Prozess. Dabei müssen für die einzelnen Schritte konkrete Ziele und Gesprächsinhalte definiert werden, um den Kunden in der Entscheidungsfindung die richtigen Impulse zur richtigen Zeit zu geben.

 

3. Die Dienstleistung konkret definieren und argumentieren können

Pauschale Argumente wie „Wir kümmern uns exklusiv um Ihre Suche” oder „Sie stehen auf der Prio-Liste ganz oben” reichen nicht aus. Der Kunde will konkret wissen:

 

  • Was bekomme ich für mein Geld?
  • Was machst du als Dienstleister, was ich nicht selbst schon gemacht habe oder machen könnte?
  • Wie unterscheidet sich das Vorgehen im Vergleich zu anderen Dienstleistern?
  • Was passiert, wenn kein Kandidat gefunden wird?

Wenn du das gut kommunizierst, gehören folgende Einwände der Vergangenheit an:

 

  • “Das machen die anderen auch.”
  • “Wir arbeiten nur erfolgsbasiert.”
  • “Wir zahlen nichts vorab. Am Ende bekommen wir nichts dafür!”

Übrigens: Wenn du ins mandatierte Geschäft wechselst, kann es sich lohnen, auch sprachlich neue Akzente zu setzen. Begriffe wie „Suchpauschale” vermitteln den Wert deiner Dienstleistung oft besser als das Wort “Retainer” oder „Anzahlung”, welche bei vielen Kunden sofort Widerstand auslösen.

 

4. Kompetenz als Berater entwickeln

Dieser Punkt wird häufig unterschätzt: Wer mandatiert arbeitet, muss fachlich auf Top-Niveau sein. Der Kunde geht in Vorleistung und erwartet dafür eine professionelle Abwicklung auf höchstem Niveau.

 

Das bedeutet konkret: Deine Recruiting-Skills müssen exzellent sein – von der Direktansprache über die Kandidatenqualifizierung bis hin zur Interviewführung. Du brauchst Kompetenz in der Projektsteuerung, um auch komplexe Suchprojekte über Wochen und Monate sauber zu managen. Du musst schwierige Gespräche souverän führen können, etwa wenn sich der Markt anders darstellt als vom Kunden erwartet. Zudem brauchst du echte Beratungskompetenz, um Erwartungshaltungen zu managen und den Kunden durch den gesamten Prozess zu begleiten.

 

Kurz gesagt: Mandatierte Arbeit erfordert nicht nur bessere Verkaufsfähigkeiten, sondern ein grundlegend höheres Kompetenzniveau über die komplette Phase der Dienstleistung hinweg.

Meine Empfehlung:

 

In meinem Video „Du wirst nie Anzahlungen verkaufen, wenn du das denkst!“ erkläre ich, warum viele erfolgsbasierte Personalvermittler bei Anzahlungen scheitern.

 

Hinweis: Wenn du auf den Link klickst, verlässt du diese Webseite und wirst zu YouTube weitergeleitet. Dabei können Daten an Google übermittelt werden. Weitere Informationen dazu findest du in der Datenschutzerklärung von Google.

 

Praktische Tipps für beide Modelle

 

Wenn du erfolgsbasiert arbeitest

Multipliziere deine Profile. Stelle Kandidaten bei mehreren Kunden vor, um dein Risiko zu streuen. Wenn du auftragsbezogen arbeitest, wähle deine Aufträge sorgfältig aus. Nicht jede Anfrage ist es wert, bearbeitet zu werden. Prüfe: Ist der Kunde verbindlich? Sind die Anforderungen realistisch? Wie hoch ist die Abschlusswahrscheinlichkeit?

 

Sei dir der Grenzen bewusst. Wenn eine Suche hohen Aufwand erfordert und du nicht multiplizieren kannst, stößt das erfolgsbasierte Modell an seine Grenzen. Dann solltest du entweder ablehnen oder das Modell wechseln.

 

Wenn du mit Anzahlung arbeitest

Setze die Erwartungshaltung von Anfang an richtig. Die Zahlung zu Beginn kompensiert deine Aufwendungen im Rahmen der Suche und ist keine Garantie für das Liefern eines bestimmten Kandidaten. Gib regelmäßige Updates – der Kunde muss sehen, dass du aktiv an seiner Suche arbeitest. Wöchentliche Projekt-Updates schaffen Transparenz.

 

Kommuniziere offen, wenn es Engpässe gibt. Wenn das Idealprofil nicht zu finden ist, sprich es früh an. So könnt ihr gemeinsam nach Lösungen suchen und du vermeidest, dass der Kunde am Ende überrascht ist.

Prüfe den Besetzungsdruck. Gibt es ein konkretes Datum, bis wann besetzt sein muss? Wenn der Kunde bereit ist, „so lange zu suchen, bis der ideale Kandidat gefunden ist”, ist das ein Warnsignal. Solche Projekte fressen oft überproportional hohe Ressourcen.

Für Unternehmer: So gelingt der Wechsel zur Anzahlung im Team

 

Wenn du als Geschäftsführer dein Unternehmen von erfolgsbasiert auf Anzahlung umstellen möchtest oder Berater hast, die sich mit dem Wechsel schwer tun, sind vier Punkte wichtig:

 

1. Arbeite am Mindset deiner Berater. Wenn deine Mitarbeiter aus einem erfolgsbasierten Modell kommen, sehen sie die Vorarbeit oft nicht als werthaltig an. Mache ihnen bewusst, was sie im Vorfeld alles investieren. Hilf ihnen, Wertschätzung für ihre eigene Arbeit zu entwickeln.

 

2. Definiere einen klaren Verkaufsprozess. Was für dich als erfahrenen Unternehmer selbstverständlich ist, sehen deine Berater oft nicht. Sie brauchen eine klare Struktur: Welche Gespräche führe ich wann und mit welchem Ziel? Was sage ich in welchem Moment? Wie gehe ich mit Einwänden um?

 

3. Trainiere die Argumentation. Deine Berater müssen erklären können, warum der Kunde in sie investieren soll. Das erfordert Skripte, Übung und Feedback. Es reicht nicht, ihnen zu sagen, dass sie jetzt Anzahlungen verkaufen sollen. Du musst ihnen das Werkzeug dafür geben.

 

4. Entwickle die Beratungskompetenz im Team. Wenn der Kunde dir das Mandat für ein Projekt überträgt, möchte er für sein Problem eine Lösung. Stelle sicher, dass deine Berater sowohl inhaltlich als auch mit ihren Recruiting-Skills in der Lage sind, anspruchsvolle Suchen professionell abzuwickeln. Projektsteuerung, Erwartungsmanagement, schwierige Kundengespräche – all das muss sitzen. Denn nichts beschädigt das mandatierte Geschäft schneller als ein Berater, der den Anspruch nicht erfüllen kann, der mit einer Anzahlung verbunden ist.

 

Fazit: Es gibt kein richtig oder falsch

 

Ob du erfolgsbasiert oder mandatiert arbeitest – beide Modelle haben ihre Berechtigung. Beide Ansätze können sehr gut funktionieren und äußerst profitabel sein.

 

Bevor du deine Entscheidung final fällst, solltest du genau klären: Welches Modell passt zu meiner Situation, meinen Kunden und meiner Arbeitsweise? Wenn du die Vor- und Nachteile sowie Grenzen der Modelle kennst, wird es dir leicht fallen, dich situativ für das beste Modell zu entscheiden.

 

Wenn du das Modell wechseln willst, denke daran: Es reicht nicht, einfach die Zahlungsbedingungen zu ändern. Du musst dein Mindset anpassen, deine Fähigkeiten als Berater entwickeln, deinen Verkaufsprozess überarbeiten und lernen, deine Dienstleistung überzeugend zu argumentieren.

Mehr zum Thema:

Du willst tiefer einsteigen? In diesen Videos und Podcasts gehe ich ausführlicher auf einzelne Aspekte ein:

 

🎥 YouTube: Erfolgsbasierte oder mandatierte Personalberatung – was ist besser?

 

🎥 YouTube: Niemand kauft eine Anzahlung

 

🎙️ Podcast: Wenn erfolgsbasierte Arbeit nervt – so stellst du auf Anzahlung um

 

🎙️ Podcast: Warum deine Personalberater keine Anzahlung verkaufen

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Häufige Fragen zu erfolgsbasiert vs. Anzahlung in der Personalberatung

Kann ich in der Personalberatung erfolgsbasiert und mit Anzahlung parallel arbeiten?

Ja, du entscheidest je nach Kundensituation, Positionskomplexität und Besetzungsdruck, welches Modell passt. Unabhängig davon ist es immer smart, bei guten Kandidaten zu überlegen, zu welchen Kunden diese noch passen könnten. Wichtig ist, dass du die Unterschiede klar kommunizierst und weißt, wann du zu welchem Modell rätst.

Wie hoch sollte eine Anzahlung in der Personalvermittlung sein?

Typischerweise liegt die Anzahlung zwischen 20 und 50 Prozent des Gesamthonorars. Bei der klassischen Drittelregelung ist es ein Drittel. Manche arbeiten auch mit festen Aufwandspauschalen, die den Suchaufwand abdecken. Entscheidend ist, dass die Anzahlung hoch genug ist, um echtes Commitment vom Kunden zu signalisieren.

Was mache ich, wenn der Kunde nur erfolgsbasierte Personalvermittlung will?

Dann hast du drei Optionen: Du akzeptierst es, wenn die Rahmenbedingungen stimmen – Multiplikation ist möglich, der Kunde ist verbindlich, die Anforderungen sind realistisch. Du zeigst die Möglichkeiten und Grenzen des erfolgsbasierten Modells auf und erklärst, warum für diese spezielle Suche eine Anzahlung sinnvoller wäre. Oder du lehnst den Auftrag ab, wenn er nicht zu deinem Modell passt.

Muss ich eine Besetzungsgarantie geben, wenn ich eine Anzahlung in der Personalberatung nehme?

Nein, auch bei einer Anzahlung musst du keine Besetzungsgarantie geben. Du wirst für die Suche bezahlt, nicht für das Ergebnis. Wichtig ist, diese Erwartung von Anfang an richtig zu setzen und dem Kunden klar zu kommunizieren, was er für sein Geld erhält.

 

Eine Besetzungsgarantie bietet sich grundsätzlich nur dann an, wenn der Kunde versteht, dass die vorgestellten Kandidaten möglicherweise nicht exakt seinem Idealprofil entsprechen. Dafür braucht es auf deiner Seite als Personalberater eine gewisse Beratungskompetenz, um Erwartungen realistisch einzuordnen und gemeinsam passende Lösungen zu finden.

Muss eine Nachbesetzung angeboten werden?

Bei der klassischen Drittelregelung ist eine Nachbesetzungsklausel üblich. Wie genau diese ausgestaltet wird, kann individuell vereinbart werden. Bei der erfolgsbasierten Vermittlung wird eine Nachbesetzung zwar gelegentlich verhandelt, ist aber weder üblich noch empfehlenswert.

Welches Vergütungsmodell ist profitabler – erfolgsbasiert oder Anzahlung?

Beides kann hochprofitabel sein. Es gibt Berater, die in beiden Modellen sechs- oder siebenstellige Umsätze erzielen. Dierte Arbeit bietet mehr Planungssicherheit, erfolgsbasierte Arbeit mehr Flexibilität.

 

Wie überzeuge ich Bestandskunden, die bisher erfolgsbasiert gearbeitet haben, von einer Anzahlung?

Das hängt davon ab, warum du wechselst. Wenn deine Entscheidung auf einer echten Verbesserung deiner Dienstleistung beruht – etwa weil du deinen Service, dein Sourcing oder deine Beratungskompetenz weiterentwickelt hast –, dann erkläre dem Kunden genau das. Zeige ihm, wie sich die zusätzliche Leistung auf die Zusammenarbeit und die Besetzungswahrscheinlichkeit auswirkt.

 

Wenn du dich rein strategisch für eine mandatierte Suche entscheidest, etwa weil du bisher zu viel für das erfolgsbasierte Modell geleistet hast, dann sei ehrlich und bereite dich darauf vor, den Kunden im Zweifelsfall auch gehen zu lassen. Setze dich am besten in einem persönlichen Gespräch zusammen, hole Feedback zur bisherigen Zusammenarbeit ein und nutze dieses, um zu erklären, warum du dein Modell änderst.

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Simone Straub

 

Simone Straub ist „Der Personalberater Coach“. Seit 2005 in der Branche bietet sie Training und Coaching für Personalberater, Personalvermittler und Recruiter. Durch ihre langjährige Erfahrung in der Beratung sowie im Bereich Training & Coaching hilft sie ihren Teilnehmern mit konkret umsetzbaren Impulsen, jeden Tag ein bisschen besser zu werden und ihre Ziele zu erreichen. Erfahre mehr zu ihr hier.

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